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Bücher / Artikel
Körperpsychotherapie bei
Burn-out
Hauptbeiträge – Offener
Teil Published: 07 February 2025 Volume 24, pages
173–185, (2025)
Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie, Springer.
Manfred Thielen
Zusammenfassung
In diesem Beitrag der Zeitschrift
für Psychodrama und Soziometrie werden die Ursachen
und die Therapie des Burn-outs aus körperpsychotherapeutischer
Sicht dargestellt. Die Arbeit mit der Atmung,
der Erdung, der energetischen Aktivierung, der
Aggression sowie der Reinszenierung von Schlüsselszenen
mit Persönlichkeits- und frühkindlichen Anteilen
wird praxisorientiert beschrieben. Bei der Reinszenierung
kommen auch Elemente aus dem Psychodrama zum Tragen.
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Gustl Marlock (Hg.),
Halko Weiss (Hg.), Lutz Grell-Kamutzki (Hg.),
Dagmar Rellensmann (Hg.)
Handbuch Körperpsychotherapie (2.
Aufl.) 2023.
"Manfred Thielen hat
in der überarbeiteten Neuauflage des "Handbuch
für Körperpsychotherapie" zwei Artikel veröffentlicht:
" Körperpsychotherapie bei Depression"
(S. 796-813) "Körperpsychotherapie bei
Angst" (S. 814-835).
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M.Thielen (2022):
Körperpsychotherapie und Entfremdung.
In: Körper Tanz Bewegung, 4/2022,
S. 130-145. |
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Bücher
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Manfred Thielen, Werner
Eberwein (Hg.):
Fühlen und Erleben in der Humanistischen
Psychotherapie.
Psychosozial-Verlag.
Gießen,
2019
Taschenbuch: 200 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3837929213
ISBN-13: 978-3837929218
Größe und/oder Gewicht: 14,8 x 2,2 x 20,8
cm
Preis Euro (D): 29,90
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Ulfried Geuter
Praxis Körperpsychotherapie.
10 Prinzipien der Arbeit im therapeutischen
Prozess.
Berlin 2019, Springer.
Taschenbuch, 508 Seiten, Broschur,
17 x 2,7 x 24,4 cm
Auflage: 1. Aufl. 2019
ISBN-10: 3662565951
ISBN-13: 978-3662565957
Preis Euro (D): 44,99
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Manfred Thielen, Angela
von Arnim, Anna Willach-Holzapfel (Hg.):
Lebenszyklen-Körperrhythmen.
Körperpsychotherapie über die Lebensspanne.
Gießen 2018, Psychosozial-Verlag.
Taschenbuch: 385 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3837927822
ISBN-13: 978-3837927825
Größe: 14,9 x 3 x 21,1 cm
Preis Euro (D): 39,90
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Thomas Harms &
Manfred Thielen (Hg.)
Körperpsychotherapie und Sexualität
Grundlagen, Perspektiven und Praxis
Verlag: Psychosozial-Verlag
Buchreihe: Therapie & Beratung
325 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm
Erschienen im Juni 2017
ISBN-13: 978-3-8379-2680-4
Preis Euro (D): 34,90
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Ulfried Geuter
Körperpsychotherapie.
Grundriss einer
Theorie für die Klinische Praxis
Verlag: Springer
380 Seiten
Erschienen im März 2015
ISBN-10: 3642040136
ISBN-13: 978-3642040139
Preis Euro (D): 49,99
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Werner Eberwein, Manfred
Thielen (Hg.)
Humanistische Psychotherapie: Theorien,
Methoden, Wirksamkeit.
Gießen 2014, Psychosozial-Verlag.
Taschenbuch: 337 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783837923513
ISBN-13: 978-3837923513
ASIN: 3837923517
Gößee und/oder Gewicht: 14,6 x 3 x 21,1
cm
Preis Euro (D): 39,90
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Manfred Thielen (Hg.)
Körper-Gruppe-Gesellschaft
Neue Entwicklungen
in der Körperpsychotherapie
ca. 440 Seiten
Broschur Preis Euro (D): 39,90
ISBN 978-3-8379-2236-3
Buchreihe: Therapie & Beratung
Erscheint im April 2013
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Manfred Thielen(Hg.):
Narzissmus: Körperpsychotherapie zwischen
Energie und Beziehung
Taschenbuch: 236
Seiten, Berlin 2002.
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3934391133
ISBN-13: 978-3934391130
Verpackungsabmessungen: 20,6 x 14,4 x 1,7
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Körperpsychotherapie
zwischen Lust- und Realitätsbegriff.
Verein für
Integrative Biodynamik (Hrsg.:)
Oldenburg 1994, Transform Verlag (vergriffen).
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Artikel zum
Lesen: Obwohl er bereits von 2004 ist, haben seine
grundlegende Aussagen nichts an ihrer Bedeutung
verloren.
Trauma, Krise,
Chance, Neubeginn:
Körperpsychotherapie bei narzisstischen Selbstwertkrisen
von Manfred Thielen
Erschienen im:Journal der Gesellschaft
für Biodynamische Psychologie/Körperpsychotherapie
(GBP e.V.), 10 Jahre GBP e.V:, Trauma und Kränkung.
Beiträge der 9.Fachtagung der GBP e.V. in Schermau
1.-3.10.2004.
Narzisstische Menschen glauben,
sie seien die „Allergrößten“, den Anderen überlegen,
großartig und unerreichbar u.a., dieses Bild wird
in der populärwissenschaftlichen Literatur gezeichnet
(s. Psychologie heute, Juli 2004, S. 30 ff). In
der klinischen psychotherapeutischen Praxis sind
diese „Narzissten“ in ihrer Reinform allerdings
selten anzutreffen, da sie höchstwahrscheinlich
keinen Leidensdruck verspüren und deshalb keine
Veranlassung sehen, einen Psychotherapeuten/in
aufzusuchen. In der Praxis erleben wir eher narzisstische
Menschen, die in sich in Teilbereichen als grandios
erleben, aber vor allem durch starke Selbstwertschwankungen
geprägt sind. Sie schwanken in ihrer Selbsteinschätzung
zwischen Selbstüberschätzung und Selbstabwertung.
In der klinischen Fachliteratur, z.B. in „Diagnostisches
und Statistisches Manual psychischer Störungen
DSM-IV-R „ wird als Hauptmerkmal der narzisstischen
Persönlichkeitsstörung ein durchgängiges Muster
von Großartigkeit in Phantasie oder Verhalten,
von Überempfindlichkeit gegenüber der Einschätzung
durch andere und von Mangel an Einfühlungsvermögen
(Saß et al., 2003, 781). Vielfältige Forschungsergebnisse
untermauern diese phänomenlogische Beschreibung
und benennen weitere spezifische Merkmale wie
Selbstwertschwankungen, Affekt-Labilität, Suche
nach Anerkennung und Bestätigung, Dominanzverhalten
u.a. (Sachse, 2002, 156 ff.).
Narzisstische Menschen schwanken
in der Regel zwischen Gefühlen von Grandiosität
und Minderwertigkeit, fühlen sich leer, dumpf,
depressiv und sind leicht kränkbar. Sowohl in
der Beziehung zu sich selbst als auch zu anderen
unterliegen sie dem Mechanismus der Idealisierung
und der Abwertung, als zwei Seiten ihres instabilen
Selbstwertgefühls. Sie leiden unter ihrer Gefühlsabtrennung
und sind zu tiefen, befriedigenden Beziehungen
nur schwer oder nicht in der Lage. Der Psychoanalytiker
und Selbstpsychologe Kohut (1992,S. 41) hebt hervor,
das sie im Größen-Selbst leben und keinen bzw.
wenig Kontakt zu ihrem Selbst haben. Kernberg
(1993,s. 261 ff.) betont ihre emotionale Flachheit
und Oberflächlichkeit, ihren starken Neid und
ihr großes Aggressionspotenzial. Sie hätten die
Tendenz zur Entwertung und zur Zerstörung innerer
Objektimagines und äußerer Objekte. Der Begründer
der Bioenergetik Lowen (1986, S. 18) hebt als
Hauptmerkmal der narzisstischen Störung die Gefühlsverleugnung
heraus. Ihr liegen tiefe schizoide Spaltungsprozesse
zugrunde.
Auch Miller (1994, S. 66 ff.) betont in ihrem
„Das Drama des begabten Kindes“ die „verlorene
Welt der Gefühle“ als kennzeichnend für die narzisstische
Problematik.
Im Mythos ist Narcissus ein Jüngling
von begehrenswerter Schönheit, der die Liebe der
Nymphe Echo verschmäht. Er sieht sein Spiegelbild
im Wasser und verliebt sich in sein Abbild. Er
ist so auf sein Abbild fixiert, dass er die Quelle
nicht verlassen kann und vor Schwäche zugrunde
geht. Sein Leib verwandelt sich in eine Narzisse.
In der Fassung des Mythos von Ovid gibt es bereits
einen für Psychotherapeuten sehr wesentlichen
Hinweis für die Heilung von Narzissten. Der Seher
Teiresias wird befragt, ob Naricssus ein langes
Leben haben werde. Er antwortet::“ Ja, wenn er
sich nie erkennen wird.“ (Jacoby, 1985, S. 18).
Im Mythos erscheint der Tod als Bestrafung für
Narcissus´ Unfähigkeit, seine Liebe dem Anderen,
Echo, zu geben. Die Prophezeiung des Teiresias
kann jedoch im Sinne von sich selbst erkennen
verstanden werden. Erst mit dem Sich- selbst -Erkennen
ist Wandlung, Transformation der krankhaften Persönlichkeit
und das Sterben der narzisstischen Anteile möglich.
(ebda., S. 20).
Narzisstische Menschen leben primär für ihr Image,
sie sind süchtig nach Anerkennung, Beachtung und
Bewunderung. Sie leiden an ihrer Entleerung des
Ichs und sind am äußeren Schein orientiert.
Die narzisstische Imageorientierung wird gesellschaftlich
gefördert und auch produziert. In der postmodernen
Gesellschaft ist der Erfolg, der äußere Schein,
das Image wichtiger als innere Werte wie Authentizität,
Zufriedenheit, Stimmigkeit, Macht-, Status- und
Konsumsymbole haben einen höheren Stellenwert
als ein reiches psychisches Leben und befriedigende
zwischenmenschliche Beziehungen. Eine primär auf
Profit orientierte Ökonomie prägt auch die interaktiven
Kommunikationsformen, die pragmatische Kosten-Nutzen-Kalkulation
steht im Vordergrund. Der Andere wird zum Instrument
meiner Bedürfnisse und Interessen, insofern fördert
die postmoderne, spätkapitalistische Gesellschaft
die Herausbildung narzisstischer Lebensstile.
(s. auch Lasch, 1982)
Frühkindliche Genese auf dem
Hintergrund von Entwicklungspsychologie und Säuglingsforschung
Die genaue Bestimmung einer frühkindlichen
Entwicklungsphase wird unter Narzissmusforschern
kontrovers diskutiert. Für den an der Gesprächspsychotherapie
orientierten Sachse (2002, 149) beginnt die narzisstische
Entwicklung erst im frühen Erwachsenenalter. Doch
die unterschiedlichen Richtungen der psychoanalytischen
Theorie wie Selbst-Psychologie (Kohut, Tolpin,
Wolf u.a.), Objektbeziehungstheorie (Kernberg,
Jacobson, Mahler, Materson, Winnicott u.a.) und
der Ich-Psychologie (A. Freud, Hartmann, Blanck&
Blanck u.a.) stimmen darin überein, den Beginn
der narzisstischen Entwicklung in der frühen Kindheit
zu sehen. Johnson(1988), der die narzisstische
Entwicklung umfassend aus integrativ humanistischer,
tiefenpsychologischer und körperpsychotherapeutischer
Sicht beschreibt, bezieht sich auf Mahlers Entwicklungsmodell
der kindlichen Entwicklung, die sie als Phasen
des normalen Autismus, der Symbiose und der Individuation
beschreibt (Mahler/ Pine/ Bergman, 1992). Er hebt
die Phase der Wiederannäherung an die Realität
(15.-24.Monat) hervor. Die Wiederannäherung ist
in der Mahlerschen Entwicklungspsychologie eine
Subphase des Loslösungs- und Individuationsprozesses
von der Mutter. In dieser Phase geht es um die
Getrenntheit des Kindes von der Mutter und Gefühle
wie Verletzlichkeit und Begrenztheit. Idealisierung
des anderen mit der fortbestehenden Illusion des
Einssein mit diesem sind spontan auftretende Abwehrhaltungen
des Kleinkindes gegen Gefühle von Verletzlichkeit,
Ohnmacht und Abhängigkeit. In einer gelungenen
Entwicklung werden Grandiosität und Idealisierung
durch Anpassung an die Realität neutralisiert.
Wenn aber von den Eltern diese Wieder- annäherungsphase,
die mit adäquaten Frustrationen des Kindes verbunden
ist, selbst narzisstisch besetzt wird, das Kind
etwas Besonderes sein soll und idealisiert wird,
dann werden Grandiositäts- und Grenzenlosigkeitsgefühle
des Kleinkindes verstärkt. Und es kommt zu narzisstischen
Störungen. Die primären Bezugspersonen, in der
Regel die Eltern, vermitteln dem Kind Botschaften
und Kernüberzeugungen wie:“ Sei nicht, wer du
bist, sei der, den ich brauche. Der du bist, enttäuscht
mir, bedroht mich, ärgert mich, überreizt mich.
Sei, was ich will und ich werde dich lieben!“
(ebda. S. 54) Anstatt der notwendigen Empathie,
Fürsorge, Betreuung und Orientierung, erlebt das
Kleinkind Demütigungen und Abwertungen, wenn es
sich nicht so verhält, wie es sein soll. Das so
narzisstisch gekränkte Kind passt sich aus Angst,
das geliebte Objekt zu verlieren, den elterlichen
Anforderungen an und entwickelt ein kompensiertes,
von Außen bestimmtes, „falsches“ Selbst.
Auf Grund der mangelnden Einfühlung und der mangelnden
Grenzen funktioniert die Wiederannäherung des
Kindes an die Realität nicht adäquat. Es verbleibt
in seinem Größen-Selbst, erkennt seine Grenzen
nicht ausreichend und zieht seine libidinöse Energie
von den Objekten wieder ab und wendet sie dem
eigenen Selbst zu.
Das Kind kann mit seinen echten Gefühlen bei seinen
Bezugspersonen nicht „landen“, bekommt keine interaktive,
spiegelnde Resonanz. Diese frühe Enttäuschung
ist häufig bereits die Wurzel von Depressionen
und der späteren narzisstischen Selbstwertschwankungen.
Dem depressiven Verhalten liegen in der Regel
verdrängte bis abgespaltene Wutgefühle zugrunde.
Dieser Zusammenhang wird sowohl in der selbstpsychologischen,
psychoanalytischen Analyse der Genese des Narzissmus
als auch von Johnson vernachlässigt, doch in der
klinischen Erfahrung in der Regel bestätigt. Das
Kind reagiert ursprünglich auf die mangelnde Empathie
der Eltern mit Wut. Wenn es die Erfahrung macht,
dass es auf seine Wut aversiv und abwehrend reagiert
wird, wird es sie sublimieren bzw. verdrängen.
Häufig droht sogar Liebes- und Objektverlust.
Diese Wut wird dann sukzessiv gegen das eigene
Selbst gerichtet und führt zu der negativen Überzeugung,
falsch und nicht liebenswert zu sein. Das Kind
resigniert und wird depressiv.
Die Entwicklungspsychologie von Mahler hat wichtige
Erklärungen der Narzissmusproblematik erarbeitet,
doch können sie im Zeitalter der Säuglingsforschung
nicht mehr ungebrochen geteilt werden. Sie basiert
noch auf der Triebtheorie Freuds. Sowohl Triebtheorie
als auch Mahlers Phasenmodell werden insbesondere
von Stern, einem Pionier der Säuglingsforschung,
in Frage gestellt und zum Teil empirisch widerlegt.
Nach Stern (1992) und vielen anderen Säuglingsforschern
(s. Dornes, 1993) gibt es nicht den passiven,
undifferenzierten Säugling, der mit einem Reizschutz
versehen ist, im Lustprinzip lebt und von seinen
Es-Trieben gesteuert wird, wie noch Freud annahm.
Stern betrachtet die Triebtheorie eher als hinderlich
für eine Motivationstheorie, insbesondere relativiert
er die von Freud aber auch von Reich (1989) betonte
Rolle der Es-Triebe. Stern nennt stattdessen eine
Reihe von Motivationen wie Explorationsverhalten,
Suchen nach dem kognitiv Neuen, die Lust an der
Bemeisterung und Bindungsstreben. Doch bevor diese
Fragestellung genauer behandelt wird, werden zunächst
einige zentrale Ergebnisse der Säuglingsforschung
zusammengefasst.
In der von Stern beschriebenen
Interaktion ist der Säugling von Beginn an Subjekt.
Bereits im Alter von 2 Monaten (bis 6 Monate)
entwickelt er ein Kern-Selbst, ein erlebnishaftes
Selbstempfinden. Es umfasst die körperliche Gegenwart,
das Handeln, den Affekt und die Kontinuität. Der
Säugling erlebt, dass er von der Mutter körperlich
getrennt ist, dass jeder sein affektives Erleben
und seine ihm eigene Geschichte hat. Aus körperpsychotherapeutischer
Sicht ist dabei wesentlich, dass das Kern-Selbst
im Körper verankert ist.
Wie entwickeln sich nun in der präverbalen Phase
psychische Repräsentationen beim Säugling, mit
denen Erfahrungen gespeichert werden? Stern bezeichnet
sie als „generalisierte Interaktionsrepräsentationen“
(Representations of Interactions that have been
Generalized, RIGs). (Stern, 1992, S. 143) Sie
enthalten vielfältige spezifische Erinnerungen,
z.B. den Akt des Stillvorgangs, in dem der Säugling
abspeichert, dass und wie die Mutter ihre Bluse
öffnet, wie sie ihn an die Brust legt, den affektiven
Zustand der Mutter, das eigene Empfinden usw.
Der Säugling repräsentiert psychisch generalisierte
Interaktionen z.B. in dem er den Ablauf des Geschehens
in Segmente unterteilt und die Invarianten speichert.
Dabei spielen die körperlichen Erfahrungen und
die nonverbalen Signale eine ganz entscheidende
Bedeutung. Die Körpersprache, der Gesichtsausdrucks
u.a. der Mutter hat für den Säugling emotionalen
Signalcharakter (s. Dornes, 1993, S. 152 ff.)
„RIGs resultieren aus dem unmittelbaren Eindruck
mannigfaltiger, realer Erfahrungen, und sie integrieren
die unterschiedlichen Handlungs-, Wahrnehmungs-
und Affekt-Attribute des Kern-Selbst zu einem
Ganzen.“ (Stern, 1992, S. 143-144)“...das Selbst,
das handelt, das Selbst , das fühlt, und das Selbst,
das den eigenen Körper und dessen Handlungen auf
seine ihm eigene Weise wahrnimmt – sie alle werden
zusammengeführt.“ (ebda, 144) Die körperliche
Interaktion ist ein wesentliches Element des Interaktionsprozesses,
z.B. wie die Mutter das Kind berührt, hält, wiegt
und bewegt. In der Kommunikation zwischen Säugling
und Mutter/Bezugspersonen ist die „Musik der Worte“,
die Art und Weise, wie sich Mutter und Säugling
zueinander verhalten entscheidend. Babys haben
von Anfang an– noch ohne Sprache - ein Bewusstsein,
genau wie ihr Gegenüber nach dem Motto: „Ich weiß,
dass du wahrnimmst, dass ich etwas weiß. In diesen
Interaktionen zwischen dem Säugling und den primären
Bezugspersonen findet eine Affekt-Abstimmung
(affect-attunement) statt. Die Eltern reagieren
auf die Gefühlsäußerungen des Säuglings, in dem
sie sie imitieren oder in eine andere Modalität
transformieren. Die Metapher des Tanzes passt
gut für diese Interaktion. Ein Beispiel für eine
gelungene Affekt-Abstimmung: „ Ein neun Monate
altes Kind schlägt mit der Hand auf ein Spielzeug,
zunächst ein bisschen ärgerlich, dann mit wachsendem
Vergnügen und in einem bestimmten Rhythmus. Die
Mutter kommentiert das mit freudigem Gesicht und
mit einem „KAA-BAAM“, wobei das langgezogene KAA
zum Heben des Arms, das BAM zum Fallen passt.“
... (Dornes, 1993, S. 154) Die nonverbalen und
körperlichen Signale und Botschaften und wie sie
von der Mutter aufgegriffen werden, haben eine
entscheidende Relevanz. Das Kind schlägt einen
Rhythmus, die Mutter antwortet mit einem freudigen
Gesicht (Mimik) und mit einem stimmlichen Ausdruck
(KAA -BAMM) im vorgegebenen Rhythmus des Kindes.
Dies ist ein gutes Beispiel für empathische Feinabstimmung
Abstimmung“ (selective attunement), sie beinhaltet
Nachahmung und Anregung zugleich und fördert Interesse
und Neugier des Säuglings. Wenn die Bezugspersonen
hingegen das Kind manipulieren, findet eine Fehlabstimmung
(miss-attunement) statt.
Der Körperpsychotherapeut Downing
(1996) hat die These von angeborenen „affekt
–motorischen Schemata“ entwickelt, die m.E.
als subjektive Voraussetzung des Säuglings in
die RIGs eingehen. Sie sind angeboren und entfalten
sich erst durch die konkrete Interaktion mit den
primären Bezugspersonen. Affekt-motorische Schemata
sind zunächst vorgegebene Bewegungsmuster, die
der Säugling in die Interaktion mit den Eltern
einbringt. Dabei steht der körperliche Charakter
dieser Schemata im Vordergrund, es sind zunächst
motorische Bewegungen des Säuglings, z.B. Ausgreifen
der Arme, die affektiv getönt werden. Wird dieses
Ausgreifen seiner Ärmchen von der Mutter oder
dem Vater nicht beantwortet, z.B. indem der eigene
Arm oder das Gesicht zurückgezogen wird, dann
greift der Säugling ins Leere. Wiederholt sich
dies vielfach, wird er seine Arme zurückziehen.
Diese physischen Interaktionen zwischen Kind und
Eltern hinterlassen Spuren, die im Körpergedächtnis
gespeichert werden. Downing unterscheidet zwischen
affekt-motorischen Verbindungs- und Differenzierungsschemata.
In den ersteren spiegeln sich Bindungs- und in
den zweiten Autonomiebedürfnisse wider. Downing
hat die affekt-motorischen Schemata zu seiner
Konzeption von Körper-Mikropraktiken (Downing,
2003) weiterentwickelt. Diese sind für Downing
verkörperte Fähigkeiten, dabei denkt er an Aktivitäten
wie Tennisspielen oder einen Nagel mit einem Hammer
einschlagen. Die Körper-Mikropraktiken beinhalten
körperliche, affektive und kognitive Komponenten.
Im Unterschied zum einfachen Reflex, der eine
Reiz- Reaktion- Antwort darstellt, sind die Körper-Mikropraktiken
variabler und zielorientierter.
Die Erkenntnisse der Säuglingsforschung
haben weitreichende Konsequenzen für die Narzissmustheorie.
Das Phasenmodell von Mahler, das von einem normalen
Autismus und einer Symbiose ausgeht, ist problematisch.
Nach Stern können diese Phasen empirisch nicht
beobachtet werden. Von Anfang an ist der Säugling
auf den anderen bezogen und kann bereits im Alter
zwischen dem 2. und 7. Monat zwischen sich und
dem anderen differenzieren. Es gibt keine Phase,
wo er die Grenzen zwischen sich und der Mutter
verliert und symbiotisch mit ihr verschmolzen
wäre. Downing (1996, S. 169 ff.) nimmt zu der
Auseinandersetzung von Stern mit Mahler klärend
Stellung, er betrachtet Mahlers Objektbeziehungsperspektive
und Sterns Forschung als miteinander vereinbar.
An Mahlers Entwicklungstheorie verteidigt er die
fortschreitende Differenzierung von Selbst und
Objekt in der Kleinkindzeit, ohne ihre Begriffe
wie Autismus und Symbiose zu übernehmen.
Nach Stern gibt es keine spezifische Phase für
die narzisstische Entwicklung. Grandiosität beim
Kind kann für ihn durch eine Fehlabstimmung (miss-attunement)
zwischen Mutter bzw. primären Bezugspersonen und
dem Kind entstehen, wenn z.B. die Mutter nur auf
enthusiastische Äußerungen des Kindes reagiert
und diese verstärkt, während sie exthusiastische-
depressive- Äußerungen unterdrückt oder verleugnet.
Oder, wenn die Mutter auf Grund mangelnder empathischer
Feinabstimmung keine affektive Bezogenheit zu
dem Kind herstellt, dann stellen sich beim Kind
Gefühle kosmischer Einsamkeit und schizoider Einsamkeit
ein. Die Gefühlsverleugnung, die z.B. für Lowen
das Hauptmerkmal narzisstischer Störung darstellt,
kann bereits im Altern von 2-9 Monaten erfolgen,
da der Säugling bereits in diesem Alter regelmäßig
innere Gefühlsqualitäten (Affekte) erlebt.
Die narzisstische Entwicklung ist also nach der
Theorie der Säuglingsforschung Ausdruck einer
empathischen Fehlabstimmung (miss-attunement),
die Vitalitätsaffekte, z.B. die erwähnte Wut werden
von den Bezugspersonen nicht spiegelnd und entwicklungsfördernd
beantwortet. Dieser Prozess vollzieht sich in
wesentlichen Teilen auch auf der non-verbalen
und körperlichen Ebene. Es erfolgt keine elterliche
Rückenstärkung für aversive Gefühle wie Wut, Ärger
oder auch Traurigkeit, sondern vielleicht nur
für sogenannte positive Gefühle wie Freude, Wohlbefinden,
Lächeln etc. Narzisstische Fehlentwicklungen sind
weniger Folge traumatischer Erfahrungen als von
Mikrotraumen, die durch Zurückweisungen oder unangemessene
Reaktionen auf Resonanz- und Bindungsbedürfnisse
entstehen. .„Unsichere Bindung ist das Ergebnis
chronischer, aber häufig ganz undramatischer Zurückweisung
oder inkonsistenter Beantwortung von Bindungs-
bedürfnissen und ist nicht in erster Linie auf
grobe Traumatisierungen zurückzuführen. Es steht
nicht mehr, wie z.B. noch beim frühen Spitz und
bei Bowlby, der Verlust des Objektes im Vordergrund,
sondern dessen relative Unverfügbarkeit trotz
Anwesendheit.“ (Dornes, 2000, S.84).
Aus entwicklungspsychologischer Perspektive spielt
die Herausbildung von Schamgefühlen, eine weitere
wichtige Rolle bei der Genese des Narzissmus.
Erwachsene Narzissten schämen sich in der Regel
ihrer Gefühle, besonders ihrer Trauer und ihrer
Bedürftigkeit. Kinder, die mit ihrem Spiegelbild
etwa ab dem 15. Monat konfrontiert werden, zeigen
Vorläufer selbstreflexiver Schamreaktionen. Erst
im Alter von 2 Jahren treten Schamreaktionen als
Ausdruck eines entwickelten Selbst auf (Hilgers,1997,
194 ff.). Die Herausbildung der Scham hat in einer
gesunden kindlichen Entwicklung eine entwicklungs-
und identitätsfördernde Funktion, doch in der
narzisstischen Sozialisation wird sie zu einem
entscheidenden Hindernis für den Gefühlsausdruck.
Kritische Anmerkungen zur Säuglingsforschung
Aus körperpsychotherapeutischer Sicht können auch
kritische Anmerkungen gegenüber einigen Prämissen
der Säuglingsforschung gemacht werden, da bei
ihr die Tendenz vorherrscht, die psychische Entwicklung
des Kindes primär aus der Interaktion mit den
nahen Bezugspersonen abzuleiten. Demnach wird
sie entscheidend von Außen, in der Regel den Eltern,
determiniert. Der Tatsache, dass das Kind auch
ein Naturwesen ist und energetischen Pulsationsbewegungen
folgt, wird allenfalls am Rande beachtet. Sein
Körper wird zwar immer wieder erwähnt aber nicht
in seiner Tiefe begriffen. Diesbezüglich sind
die Reichianischen Erkenntnisse z.B. über Lust/Unlust,
Selbstregulation, das energetische Prinzip, seine
Erkenntnis vom Muskelpanzer und das Konzept G.
Boyesens (Boyesen, G., M.L., 1987, S. 99 ff. )
vom Emotional-Vasomotorischen Zyklus unverzichtbar.
In diesem Zyklus vollziehen sich affektive Erregungszustände
auf drei Schichten des Organismus:
a) der vegetativen (endodermalen) Schicht: autonome
Prozesse wie Bluthochdruck-, Herzfrequenzveränderungen,
Reaktionen der Verdauungsorgane, Stoffwechseländerungen,
hormonelle Prozesse;
b) der willkürlich und unwillkürlichen Muskelaktionen
(mesodermal): mimische und gestische Äußerungen,
Haltungs- und Handlungsveränderungen;
c) der Schicht der Wahrnehmungsorgane, der neuronalen
Strukturen, der Kognitionen und bewusst erlebten
Emotionen (ektodermal): psychische und kognitive
Prozesse.
Die Neurose verkörpert sich auch
in muskulären Spannungen und vegetativen Störungen,
die sich bereits beim Säugling entwickeln können.
Die Arbeiten der körperorientierten Babytherapeuten
(s. Harms, 2000) machen manifest, das sich bereits
prä- peri- und postnatale Störungen in der Mutter
-Kind -Beziehung psychisch ausdrücken (ebda, S.
189 ff.) Die Babytherapeuten haben bei ihren kleinen
Patienten eine Reihe von somatisch-psychischen
Symptomen wie: Blockierungen des Zwerchfells,
der Schultermuskeln sowie des Gewebe- und Muskelbereichs
u.a. des Augensegments diagnostiziert. Diese Symptome
verweisen deutlich auf die Verkörperung von Interaktionsstörungen
und von Gefühlen. Bereits ein Fötus hat Affekte,
er kann schon Angst erleben, wie Grof (1985),
Janus (2000) u.a. nachgewiesen haben.
Der Säugling ist nicht nur ein soziales Wesen
– „self –with- other“ (Stern) – sondern auch ein
Naturwesen und eine bioenergetische Einheit. Es
treten also auch zwei Organismen in Interaktion.
Der Emotional -Vasomotorische Kreislauf vollzieht
sich sowohl beim Säugling als auch bei seinen
Bezugspersonen. Störungen in der Affektabstimmung
führen zu Störungen im psychischen, muskulären
und vegetativen Bereich. Kontraktion, Erschlaffung
der Muskulatur (Hypo- oder Hypertonie), Veränderung
des Atemrhythmus usw. Gefühle haben körperliche
Korrelate, wie in der Emotionsforschung eindeutig
belegt wird (s. Geuter, Schrauth, 2001, S. 4 ff.).
Das Sternsche Modell von den RIGs kann aus körperpsychotherapeutischer
Sicht auf die muskuläre und vegetative Ebene ausgeweitet
werden. Das Modell vom Emotional-vasomotorischen
Kreislauf sollte wiederum zu einem Interaktionsmodell
weiter entwickelt werden, z.B.: der Säugling schreit,
drückt Wut aus (psychisch), muskulär kommt es
zu einer Kontraktion und Anspannung in den beteiligten
Muskeln, der Muskeltonus steigt, vegetativ kommt
es zu einer starken Innervation des Sympathikus.
Eine empathische Feinabstimmung von Seiten der
Bezugspersonen ist dann gelungen, wenn sie die
Wut des Kindes akzeptieren, dies verbal und körperlich
ausdrücken und dem Kind das Gefühl zu geben, dass
es mit seiner emotionalen Äußerung angekommen
ist. Durch das Ausdrücken ihrer Gefühle auf den
verschiedenen Ebenen können sowohl das Kind als
auch die Eltern entspannen. Beide Emotional-Vasomotorischen
Kreisläufe wären dann geschlossen.
Die Ergebnisse der Säuglingsforschung und die
Erfahrungen der körperorientierten Babytherapien
müssten miteinander verbunden werden. Hierin liegt
ein großes, erst ansatzweise genutztes Potenzial.
Körperpsychotherapie mit narzisstischen
Klienten/Patienten
Ein Grundproblem in der therapeutischen
Arbeit mit narzisstischen Persönlichkeitsproblemen
besteht nach meiner Erfahrung darin, sein Gegenüber
emotional wirklich zu erreichen. Auch die intensivsten
körperpsychotherapeutischen Interventionen können
verpuffen, wenn sie nicht durch den therapeutische
Kontakt getragen sind .und die Klientin in ihrer
Welt der Projektionen, Idealisierungen und Abwertungen
verbleibt. Wenn sie mit ihren Schamgefühlen in
Kontakt kommt, die Schutzschicht der emotionalen
Isolation überwindet und auch Gefühle wie Einsamkeit,
Trauer, Ohnmacht u.a. zulassen kann, ist schon
ein merklicher Therapiefortschritt erreicht. Die
Beziehungsarbeit ist tiefenpsychologisch fundiert
und bezieht neben Übertragungs- und Gegenübertragungsgefühlen,
auch die Ich-Du-Beziehung und die somatische und
psychische Resonanz mit ein. Die Betonung der
Beziehungsarbeit in der Körperpsychotherapie ist
deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil sie sowohl
von Reich in seiner Spätphase als auch von Lowen
und z.T. auch von G. Boyesen vernachlässigt wurde
(s. Thielen, 1994, S.10 ff.).
Ein weiterer psychotherapeutischer Schwerpunkt
stellt die Arbeit mit der Aggression dar. Aggression
im Sinne von „aggredi“ –(lat. hinzugehen,) und
nicht im Sinne von Feindseligkeit. Das Dilemma
des narzisstischen Menschen besteht darin, dass
er sich nicht aus seiner narzisstischen Isolation
heraus und zu den anderen Menschen hinbewegen
kann, sondern im Rückzug bleibt. Deshalb ist es
ein wesentliches Ziel, diese Hinbewegung zu befördern
(Busch, 2002). Zudem hatten die frühkindlich erlebten
Enttäuschungen Enttäuschungswut zur Folge, die
aber von den Eltern emotional nicht angenommen
sondern eher unterdrückt wurde. Die sich daraus
gebildete Aggressionshemmung gilt es in der Arbeit
angemessen zu lockern. Anhand einer Fallvignette
möchte ich – zwangsläufig in groben Zügen – mein
körperpsychotherapeutisches Vorgehen veranschaulichen.
Fallbeispiel
Bettina 2) war zu Beginn der Therapie Mitte 30
J. Ihr Freund hatte sie nach einer halbjährigen
Beziehung verlassen. Sie suchte die Therapie wegen
folgender Symptome auf: Depressionen, Selbstvorwürfe,
Selbstwertschwankungen, Zwangsgrübeln, Schuldgefühle,
Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Über einen
Zeitraum von mehreren Wochen hatte sie Suizidgedanken.
Sie bekam anfangs auch begleitend ein Psychopharmakon.
Kurzbiografie: Sie war
das zweite Kind und hatte eine ältere Schwester.
Die Eltern lebten auf Initiative der Mutter zeitweise
getrennt, doch der Vater hielt massiv an der Beziehung
fest. Er setzte die Mutter unter Druck und konnte
schließlich ihre Rückkehr erzwingen. Das Verhältnis
von Bettina zu ihrem Vater war seit ihrer frühen
Kindheit sehr schwierig. Sie fühlte sich von ihm
gedemütigt, missachtet und ungeliebt. Ihrer Einschätzung
war ihr Vater selbstbezogen, egoistisch und z.T.
auch sadistisch. Ihre Schwester und sie wurden
rigiden Regeln des Verhaltens und des Aussehens
unterworfen. Z.B. erlebte sie folgende Mikrotraumen:
sie wurde in Kleider gesteckt, die ihr überhaupt
nicht gefielen, gegen ihren Willen wurden ihr
die Haare kurz geschnitten, sie wurde abgewertet
und beschimpft. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter
war hingegen positiv. Sie fühlte sich von ihr
geliebt, unterstützt und bestätigt. Doch aus heutiger
Sicht wurde sie von ihrer Mutter narzisstisch
besetzt, idealisiert und im Machtkampf der Mutter
gegen den Vater als ihre Bündnispartnerin instrumentalisiert.
Sie erlebte in ihrer Kindheit folgende Dualität,
Abwertung und Demütigung durch den Vater, positive
Zuwendung und Idealisierung von der Mutter. Bettinas
Narzissmus bestand nicht darin zu glauben, dass
sie leistungsmäßig überall die Beste sei, sondern
sie wollte ihre Zweierbeziehungen nach ihren Idealvorstellungen
formen. Sie war sehr selbstbezogen und alles sollte
so laufen, wie sie es haben wollte. Sie hatte
die Überzeugung, dass die Männer letztlich doch
machen, was sie will. Wenn es nicht nach ihren
Vorstellungen lief, konnte sie diesen Zustand
nicht ertragen. Vor allem wollte sie die Trennung,
die ihr Freund initiiert und ausgesprochen hatte,
nicht akzeptieren. Sie entwickelte einen weiteren
Glaubenssatz: “ Wenn ich nicht geliebt werde,
nicht das bekomme, was ich will, dann bringe ich
mich um.“ Ihre Selbstwertkrise hatte traumatische
Ausmaße angenommen, auf deren zum Boden und Höhepunkt
sie einen halbherzigen, mehr angedeuteten, Suizidversuch
unternommen hatte.
In der körperpsychotherapeutischen
Arbeit ging es auf der Basis der Kenntnis ihrer
Biografie zunächst um den Aufbau einer tragfähigen,
vertrauensvollen und produktiven Arbeitsbeziehung.
Sie fasste relativ schnell Vertrauen und entwickelte
zunächst eine positive Übertragungsbeziehung zu
mir. Der Therapeut hatte die Rolle des guten Objektes,
des guten, idealen Vaters.
Auf Grund ihrer starken Depressionen schlug ich
ihr zu Beginn der Körperarbeit bioenergetische
Erdungsübungen (Groundingübungen) (s. Lowen, 1980
) vor. Sie redete zunächst relativ viel, wirkte
sehr kognitiv kontrolliert und wenig zentriert
und geerdet. In der Regel habe ich gute klinische
Erfahrungen mit Groundingübungen bei Depressionen,
da sie die starke Aggressionshemmung lockern und
ersten körperlichen Zugang zu den unterdrückten
bzw. verdrängten und abgespaltenen Aggressionen
herstellen können. Sie machte diese Übungen auch
und erlebte tatsächlich eine bessere Erdung, der
Kontakt zu ihren Beinen und Füssen wurde besser.
Doch mit ihren Aggressionen kam sie nicht in Kontakt,
stattdessen fühlte sie sich in erster Linie angestrengt.
Offensichtlich war ihre Abwehr gegen ihre tiefverdrängten
Aggressionen noch zu stark. Im weiteren Verlauf
nahm ich ihr Bedürfnis nach Entspannung und ihren
Wunsch, ihren inneren Druck mehr loslassen zu
wollen, auf und schlug ihr eine biodynamische
Exit -Massage vor. Sie erlebte dabei den Zustand
einer dynamischen Tiefenentspannung. Sie hatte
nach der Massage das Gefühl, dass ihr Körper,
der sich vorher schwer und träge angefühlt hatte,
leichter und energievoller geworden war. Ich wandte
die Massagen häufiger an mit dem Ergebnis, dass
ihre Schlafstörungen und ihre depressive Schwere
nachließen. Während der Massage tauchten auch
zentrale Themen wie: ihr Selbstwertgefühl, ihr
Verhältnis zu ihrem Vater, ihrem Ex-Freund, ihr
Verhältnis zu ihrer Mutter u.a. auf. Die verschiedenen
biodynamischen Massagen haben nicht nur ihr Widerstand
bzw. ihr Abwehr „geschmolzen“, sondern gaben ihr
auch eine Form von Halt (Containment) und Sicherheit.
Sie bekam durch sie wieder ein Gefühl für ihre
Körpergrenzen und erlebte körperliches Wohlbefinden.
Die Massagen wirkten nachnährend, sie fühlte sich
dabei vom „idealen Vater“ angenommen und liebevoll
versorgt.
Im weiteren Verlauf kam sie immer mehr in Kontakt
mit ihren verdrängten Gefühlen, auch mit ihren
tiefverdrängten Aggressionen. Sie wurde wütend
auf ihren Vater und bekam Racheimpulse. Um diese
Wut auch körperlich mehr ausdrücken zu können,
schlug ich ihr ein körperorientiertes Rollenspiel
vor. Ich spielte die Vaterfigur, wir standen uns
gegenüber und gaben uns die Hände. Sie bekam die
Aufgabe, den Vater mit ihren Händen wegzudrücken.
Nach anfänglichem Zögern entwickelte sie mehr
Kraft, die sich zunehmend zur Wut steigerte und
gegen ihren Vater richtete. Es war für sie sehr
wichtig, diese Wut auch körperlich zu spüren,
eine entsprechende Ausdrucksform zu finden und
sie objektbezogen richten zu können. In der weiteren
Entwicklung konnte sie auch Wut und Ärger auf
ihre Mutter zulassen, ihr wurde bewusst, dass
sie von ihr als Bündnispartnerin instrumentalisiert
worden war. Ihr gegenüber entwickelte sie mehr
Abgrenzung und Autonomie. Ihr wurde auch zunehmend
bewusst, dass sie von ihrer Mutter idealisiert
worden war, da sie das Leben führte, was sich
die Mutter eigentlich gewünscht hatte. Aber auch
sie hatte ihre Mutter in ihrer Kindheit idealisiert.
Im Unterschied zum Vater war sie für sie früher
nur die Gute, während sie jetzt lernte, auch ihre
Schattenseiten zu sehen. In Form von Introjekten
hatte sie den Mechanismus der Idealisierung und
der Abwertung verinnerlicht und vor allem in ihren
nahen Beziehungen angewandt. Mit Hilfe von „emotionaler
Ausdrucksarbeit“ konnte sie auch Gefühle wie Trauer,
Schmerz, Einsamkeit und Bedürftigkeit zulassen.
Zu dieser Gruppe körperpsychotherapeutischer Interventionen
gehören Übungen und Techniken zur Förderung des
emotionalen Ausdrucks. Dazu gehören bioenergetische,
biodynamische, vegetotherapeutische Übungen. Röhricht
(2000) hat eine Vielzahl effektiver körperpsychotherapeutischer
Techniken aus dieser Gruppe zusammen gestellt.
In diesem Kontext spielt die Atemarbeit eine besondere
Rolle. In der Regel wird die flache Atmung zur
Gefühlsunterdrückung eingesetzt. Durch vielfältige
Atemtechniken, bei denen sowohl auf die Ein- als
auch auf die Ausatmung fokussiert werden kann,
kann eine Emotionalisierung der PatientIn befördert
werden. Nach jeder Körperübung erfolgt eine verbale
Aufarbeitung, um sowohl das emotional Erlebte
auch kognitiv zu erfassen, als auch Muster und
Mechanismus erkennen und eine biografische Zuordnung
vornehmen zu können.
Doch nun zurück zu dem Fallbeispiel, um es verkürzt
zu sagen, konnte Bettina mit meiner therapeutischen
Unterstützung herausarbeiten, dass sie sich auf
Grund ihrer kindlichen Erfahrungen mit ihrem demütigenden
Vater als Opfer erlebt hatte. Zunächst als Opfer
ihres Vaters, auf den sie ohnmächtig wütend war
und den sie als Kind gehasst hatte, dann als Opfer
ihres Freundes, der sie verlassen hatte. In ihrer
massiven Selbstwertkrise bewertete sie das Verlassenwerden
als ihr Versagen. Als Konsequenz bestrafte sie
sich selbst, indem sie sich massiv abwertete –
bis hin zum Suizidversuch – und nicht mehr leben
wollte. Ihre narzisstische Omnipotenz äußerte
sich in der Illusion:“ ich schaffe es schon, wenn
ich es nur will und fest daran glaube. Ich gewinne
ihn zurück.“ Dabei konnte sie den Anderen, ihren
Freund und seine Verletzungen nicht sehen und
sein Nein und seine Abgrenzung nicht akzeptieren.
Sie schämte sich auch, dass sie es nicht geschafft
hatte, die Trennung zu verhindern.
Durch die Realitätskonfrontation und empathische
Konfrontationen in der Therapie wurde ihr aber
auch schrittweise ihr eigener Anteil an der Beziehungskrise
bewusst. In der Phase ihrer ersten Verliebtheit
hatte sie eine mehrwöchige, bereits länger geplante
Auslandsreise mit einem guten Freund unternommen,
obwohl ihr damaliger Partner sie gebeten hatte,
die Reise nicht zu unternehmen bzw. zu verkürzen.
Sie hatte sie trotzdem gemacht, weil sie z.T.
unbewusst das Beziehungskonzept hatte, auch in
intimen Beziehungen möglichst autonom zu bleiben
und die Überzeugung zu pflegen, dass sich die
Männer nach ihren Bedürfnissen zu richten hätten.
Diese starke Betonung ihrer Autonomie hatte sie
von ihrer Mutter übernommen, die ihr einerseits
dazu riet und andererseits in ihrer Ehe selbst
ein schlechtes Vorbild war, da sie sich von ihrem
Mann abhängig gemacht hatte.
In der Endphase der Therapie, als sich ihr Selbstwertgefühl
wieder mehr stabilisiert und sie die Trennung
verarbeitet hatte, lernte sie ihren neuen Partner
kennen, mit dem sie zusammen zog und dann ein
Kind bekam. Als Lehre aus der gescheiterten Beziehung
hat sie sich stärker eingelassen. Die Widersprüche
zwischen ihnen versuchen sie offen auszutragen
und eine Art Streit- und Widerspruchskultur in
ihrer Beziehung zu entwickeln. Sie verfällt phasenweise
noch in abgeschwächter Form in ihr Muster der
Idealisierung und der Abwertung, doch es ist ihr
bewusster und sie hat Alternativen dazu entwickelt.
Mit Hilfe der Therapie war sie auch in der Lage,
ihre Beziehung zu ihren Eltern zu entspannen,
dass sie auch ihrem Vater erwachsen gegenüber
treten kann. Ihren kindlich bedingten Hass hat
sie weitgehend verarbeitet, doch zu ihrem Vater
hält sie eine freundliche Distanz.
Sie entwickelte Selbsthumor, sah sich selbstkritischer
und ein deutlich gewachsenes Selbstwertgefühl.
Bettinas starke Aggressionshemmung war Ausdruck
ihres unterentwickeltes affekt-motorisches Schemata
(s. Downing, 1996, S 191 ff.) Sie hatte für Wut
kaum motorische Ausdrucksformen. Das Erlernen
von aggressiven Bewegungen z.B. das Drücken waren
produktiv, um dieses unterentwickelte Schema wieder
zu aktivieren. In ihrer Geschichte war das Familiensystem
so gestaltet, dass sie einem ständigen Druck ausgesetzt
war, das affekt-motorische Schema für Wut im gehemmten
Zustand zu belassen. Durch die wiederholte Aktivierung
dieses Schemas in der Therapie z.B. durch die
körperorientierten Rollenspiele wird auch ein
neurophysiologischer Prozess in Gang gesetzt,
bei dem neue synaptische Verbindungen hergestellt
werden. Übungen und Wiederholungen spielen eine
wichtige Rolle, damit diese neuen Verbindungen
vertieft, verstärkt und automatisiert werden.
Nach den neuen neurobiologischen Erkenntnissen
der Alexithymieforschung (Damasio, 2000), ist
das Gehirn des Alexithymen nicht in der Lage,
die Körpersignale in Verbindung mit Gefühlen zu
bringen. Die Fähigkeit muss – auch mit Hilfe von
Körperübungen- neu gelernt werden. Die Körpersignale,
die z.B. durch bioenergetische oder biodynamische
Übungen entstehen können wie z.B. Anspannung,
Wärme, Vibration, Entspannung u.a. werden schrittweise
mit Gefühlen in Verbindung gebracht. Dieser Transformationsprozess
führt auch zu synaptischen Verbindungen mit den
Gefühlsregionen wie der Amygdala im Gehirn. Die
Vielfalt der körperpsychotherapeutischen Interventionen
lässt sich, wie am Fallbeispiel veranschaulicht,
in vier Gruppen unterteilen:
1.) Biodynamische Massagen: sie regen die Selbstregulation
an und aktivieren den Emotional-vasomotorischen
Zyklus. Diese Form der systematischen körperlichen
Berührung kann narzisstische Klienten mit ihren
abgespaltenen bzw. verdrängten Gefühlen und ihrem
Selbst in Kontakt bringen und unbewusstes, dynamisches
Material freisetzen.
2.) Emotionale Ausdrucksarbeit: körperpsychotherapeutische
Übungen und Techniken aus den verschiedenen Richtungen
der Körperpsychotherapie wie: Vegetotherapie nach
Reich, Bioenergetik, Biodynamik, Core-Energetik,
Biosynthese, Hakomi u.a. zur Förderung des gehemmten
emotionalen und somatischen Ausdrucks.
3.) Formen des „Holdings“ oder „Containments“:
diese Interventionen geben dem Klienten Halt und
verhelfen ihm/ihr dazu, die eigenen Gefühle zu
halten, von ihnen nicht überflutet zu werden.
Es hat häufig nachnährenden Charakter.
4.) Körperorientierte Rollenspiele: biografisch
bedingte Grundkonflikte und Konflikte können reinszeniert
und lösungsorientiert ausgedrückt werden. Dabei
spielt die körperliche Interaktion und Ausdruck
eine wichtige Rolle. Diese Interventionsgruppen
wurden in einer kleinen qualitativen, empirischen
Studie untersucht und ihre Wirksamkeit bei narzisstischen
Störungen überprüft (s. Stehle, Körber, 2002 S.
144 ff.).
Mit ihren vielfältigen Interventionsmöglichkeiten
auf der nonverbalen und somato -psychischen verfügt
die Körperpsychotherapie nicht nur über ein hochwirksames
Instrumentarium, sondern auch über einen wichtigen
Vorsprung gegenüber Psychotherapieverfahren, die
primär verbal arbeiten. Gerade auch bei narzisstischen
Persönlichkeitsstörungen und – problemen ist ein
körperorientiertes psychotherapeutisches Vorgehen
sehr erfolgversprechend.
Fußnote: 1)
Der Artikel ist die überarbeitete Fassung meines
Eröffnungsvortrages auf der 9.GBP-Fachtagung zu
dem Thema „Trauma & Kränkung. Schicksal und Entwicklungschance“
am 1.10.2004 in Schermau. Er basiert inhaltlich
z.T. auf den Artikeln: „ Narzissmus – Körperpsychotherapie
zwischen Beziehungs- und Energiearbeit.“ (Thielen,
Manfred, Hrsg., Narzissmus. Körperpsychotherapie
zwischen Energie und Beziehung, Berlin 2002, S.
7 –26) und auf dem Artikel „Körperpsychotherapie
bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen“,
der voraussichtlich im Januar 2006 in: Marlock,
Gustl, Weiss, Halko, Handbuch der Körperpsychotherapie.
Schattauer-Verlag erscheinen wird. Hier erfolgt
eine systematische und historische Abhandlung
der Thematik.
2.) Der Name wurde vom Autor natürlich verändert
.
Copyright beim Autor. Der Artikel
ist im Journal der Gesellschaft für Biodynamische
Psychologie/Körperpsychotherapie (GBP e.V.), 10
Jahre GBP e.V:, Trauma und Kränkung. Beiträge
der 9.Fachtagung der GBP e.V. in Schermau 1.-3.10.2004.
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